INTERVIEWFrida Mindt

KATHRIN WITTICH VON KATHRYNSKY

INTERVIEWFrida Mindt
KATHRIN WITTICH VON KATHRYNSKY

Kathrin Wittich ist gefühlt seit Anbeginn des Internets mit dabei. So startete sie ihren Blog Kathrynsky bereits im Jahr 2006. Zu einem Zeitpunkt, an dem ich noch nicht einmal wusste, dass es diese Art von Medium überhaupt gibt. Ich stieß etwa 2010 dazu und es dauert noch einmal vier Jahre bis sich die virtuellen Wege von Kathrin und mir auf Instagram kreuzten. Wie vor zwei Jahren von Kathrin schon festgestellt, hätten wir uns jedoch in unserer gemeinsamen Heimatstadt Hamburg schon viel früher begegnen müssen.
Doch unser erstes offline Aufeinandertreffen ließ auch dann noch auf sich warten. Als es dann passierte, waren wir uns sofort sympathisch. Und wie der absurde Lauf der Zeit nun will, sitze ich Kathrin mittlerweile zwei mal in der Woche im Büro gegenüber.
Schon sonderbar schön, dieses Internetz.

Kathrin, schön dass es dich gibt. Sowohl online als auch offline. Und ich danke dir, dass du dir die Zeit genommen und meine Fragen beantwortet hast <3
Bis morgen. Oder so ;)

photo by Julia Schwendner

Dieses Kleidungsstück begleitet mich schon am Längsten... 
Ein blaues Shirt, was im Original von meiner Ma ist. Ich liebe es heiß und innig, denn ich fand es an ihr schon immer toll. Ich weiß gar nicht, ob sie weiß, dass ich es nun trage, denn ich habe es aus ihrem Schrank gemopst, da war ich glaub ich 15. Bestimmt, oder? Mamas wissen sowas ja immer. 

Ich besitze zu viele... 
Eindeutig Jacken und Mäntel. Jedesmal wenn ich nach Haus komme und die Jacke wieder auf den Garderobenständer hänge rechne ich damit, dass er zusammenbricht. Bislang ist nichts passiert, doch vielleicht sollte ich mich von einigen trennen, damit auch die Tür wieder weiter offen geht? ;)

Ich spare gerade auf... 
Freie Zeit. Ich würde gern mal einen Monat an einem warmen Ort verbringen ohne mir Gedanken darum machen zu müssen, ob ich arbeite, oder es bleiben lasse. Um Inspiration zu sammeln, die Gedanken schweifen zu lassen oder einfach genug Zeit zu haben um Langeweile zu bekommen.

Ich verlasse das Haus nie ohne... 
Meinen Haustürschlüssel? Obwohl, dies hab ich auch schon (natürlich nicht extra) gemacht und es teuer beim Schlüsseldienst bezahlt. Es gibt Verabredungen, da lass ich mein Telefon gern zu Haus. Es entspannt unglaublich. Weswegen ich dies auch nicht nennen kann. Wenn ich darüber nachdenke, ich habe immer wieder so Phasen, mal ist es eine bestimmte Handtasche, dann trage ich wieder lange keine und versuche ein bißchen Geld und Ausweis in den restlichen Taschen meiner Kleidungsstücke unterzubringen. Dann ist mal der Kindle gewesen ... im Moment ist es das Buch von Benedict Walls – Vom Ende der Einsamkeit. Allerdings in klassisch gebundenem Buch Format.

Meine Favoriten der jetzigen Saison sind... 
Dicke Winterschuhe von Pointer Farai und ein blau-karierter Mantel von Ethel Vaughn. 

Mein wertvollster Besitz ist... 
Eine Designerhandtasche die ich nie trage, weil sie mir viel zu schwer ist. Sobald ich das Echtheitszertifikat wiederfinde, verkaufe ich sie. Wenn ich denn nur wüsste, wo ...

Am liebsten tauschte ich den Kleiderschrank mit... 
Alexa Chung oder Garance Doré.

Dieser (Mode-)Regel folge ich immer.... 
Die Farbe der Schuhe taucht im Gürtel oder der Tasche wieder auf. Und wenn nicht, dann passen eben zwei andere Dinge im Outfit farblich zueinander.

Diesen Trend verstehe ich bis heute nicht.... 
Ballerinas – ich kann nicht verstehen, wie man sich eine quasi nur halbe Socke an den Fuß ziehen kann (ja ok, ich übertreibe etwas). 

Im Winter die Knöchel zu zeigen, in dem man die Hose hochkrempelt und nur halbe Schuhe anzieht.

Fellkrägen an Jacken, ohne dass es schneit.

Momentan höre ich am meisten... 
Spotify und deren vorgeschlagene Playlisten für mich. Ich liebe Musik und doch höre ich am liebsten Informationsradio wie WDR5 oder NDRinfo – den ganzen lieben langen Tag. Doch ich kann jetzt schon sagen, ich freue mich sehr auf das neue Album von Gløde. Ich durfte bereits vorab in das neue Album hören, was noch in diesem Frühjahr 2017 rauskommt und bin gespannt, wie es dann im Ganzen angenommen und ankommen wird. Ein Freund bezeichnete ihn gerade als "der Brad Pitt der heutigen Zeit am Gesang". Ich glaube es war ein Spaß, doch ihr solltet definitv kein Konzert in eurer Nähe von ihm verpassen.

In dieses Jahrzehnt würde ich gerne reisen... 
Lange wollte ich ins Mittelalter und eine Freundin von Ronja Räubertochter sein. Auch schön wäre zu den Partys der 20er Jahre zu gehen. Was in Filmen wie z.B. the Danish girl, oder auch in der Serie Transparent von dort gezeigt wird gefällt mir sehr. Doch ohne warmes Wasser und mit all den Krankheiten und Beschränkungen – ich mag das heute ganz gern. Hier können wir im Rahmen ändern und erschaffen, wie wir leben wollen.

Als Teenager trug ich vor allem ... 
Grüne Doc Martens auf die ich weiße Blumen gemalt habe, einen grünen Jansport Rucksack und daran eine Holztigerente. Aiaiaiaiai. Auch gern getragen wurde ein Retro (schon damals) Adidas Shirt, was ich von einem Urlaubsschwarm bekommen hatte. Würde ich heut wieder tragen, doch ich habe es leider nicht mehr.

Wenn nicht in Hamburg, würde ich in ...
Ich würde gern in Istanbul mit einer modernen, demokratischen, weltoffenen Politik leben. Da ich befürchte, es dauert noch ein wenig, bis dies wieder hergestellt ist, San Francisco oder eine Insel im Mittelmeer wäre auch schön.

Am liebsten trage ich das Label.... 
Mads Nørgaard Copenhagen. Seine Sachen sind klassisch und modern zugleich und passen irgendwie einfach immer. Samsøe & Samsøe mag ich auch ziemlich gern, und Baum & Pferdgarten und Ganni. Na und die Hamburger Labels Ethel Vaughn und Black Velvet Circus sowieso. 

Meine Lieblingsinsiprationsquelle sind ... 
Ich glaube mein Opa. Weil er den besten Humor überhaupt hat. Wenn zu jemandem der Spruch "Schalk im Nacken" passt, dann zu ihm. Seine Witze sind unschlagbar gut und man weiß nie, wo der Nächste versteckt ist. Im Allgemeinen meine Familie – sie sind so ein schönes Pottpüree von Menschen, dass in ihren Unterschiedlichkeiten wieder ein Ganzes ergibt. 

Und auch Menschen auf der Strasse – ihnen bei ihrem Alltag zuzuschauen mag ich. So sieht man Begegnungen und Verbindungen, die man nur interpretieren kann, weil man doch nicht mehr weiß. Ein wenig wie Kunst, die man nur ansehen und doch erstmal nicht begreifen kann.

Und meine Freunde, vor allem die, die beruflich etwas ganz anderes tun. Zu guter Letzt natürlich die Natur – die Schönheit die einem in ihr entgegenschlägt macht mich unglaublich sentimental und gibt mir auch gleichzeitig eine große Stärke und Inspiration zurück.