TRIFRIDA

Nun ist es doch schon wieder fast einen Monat her, dass ich bei meinem ersten Triathlon gestartet bin. Vor gut einem Jahr wäre dieses Vorhaben für mich noch völlig unvorstellbar gewesen. Und doch sitze ich jetzt vor meinem Computer und recherchiere tatsächlich nach den nächsten Triathlon Veranstaltungen im Frühjahr 2017. Verrückt.

Eher aus einer Schnapsidee heraus - es war die Gin Tonic Idee - mit meiner Freundin Anna, bereiteten wir uns seit dem letzten April - mal mehr mal weniger intensiv - auf den Elbe Triathlon vor. 

Die Voraussetzungen sahen jedenfalls dafür ganz gut aus: 

Kondition und Ausdauer waren soweit vorhanden. So versuche ich mindestens einmal pro Woche zu Laufen. Ob es eine 5 km, 10 km oder eine 'noch mehr Runde' wird, mache ich jedes Mal von meiner Tagesform abhängig. Seit meinem ersten Halbmarathon im letzten Jahr weiß ich, wenn ich will, kann ich sogar in einer nicht ganz trainierten Form 21 km durchlaufen.
Disziplin Laufen: check

In Hamburg bin ich eigentlich ausschließlich mit dem Fahrrad unterwegs. Egal bei welchem Wetter. Die Vorstellung von einem überfüllten Bus mit beschlagenen Scheiben an einem Regentag reichen bei mir schon aus, um meine Soziophobie anzufachen.
Also, mit meinem wunderschönen City Fahrrad Oxbridge von Bombtrack mit automatischer Gangschaltung könnte ich sofort antreten. Soweit, so gut. Doch Rennrad? Clickschuhe? Schaltung mit gefühlt 150 Gängen? Joa... Entwicklungspotenzial. 
Disziplin Radfahren: halbcheck.

Schwimmen. Kann ich. Also gerade gut genug, um bei einem Strandurlaub oder einem Tag im Erlebnisbad mit Wasserrutsche nicht unterzugehen. Es wurde ziemlich schnell deutlich: Der Stand meiner Schwimmleistung - nämlich die vom Seepferdchen - galt es auszubauen. Das Schwimmen war also ganz klar in diesem ganzen Unterfangen meine persönliche Challenge.
Disziplin Schwimmen: uncheck.

Doch sollte durch Zeitknappheit und mehreren Krankheitswellen mein großes Vorhaben: das Kraulschwimmen lernen, leider vereitelt werden. 

Ich konzentrierte mich also auf dunkle Freigewässer und Neoprenanzüge. Auch das sind nach wie vor meine persönlichen Herausforderungen. So bekam ich im Stadtparksee nach diversen Berührungen mit Schlingpflanzen, und dem Durchschwimmen von Fischschwärmen und Krebsen eine minimale Panikattacke im Wasser. Ich wollte einfach nur noch raus und direkt danach am liebsten hinschmeissen und mich wieder auf's Laufen und Fahrradfahren fokussieren. Aber: Ich zog durch. Irgendwie. Indem ich bis zum Triathlon nicht mehr schwimmen gewesen bin...

Am Wettkampftag war ich dann natürlich mega aufgeregt und der Gedanke an das Schwimmen durch die Elbe machte mich regelrecht zu einem Nervenbündel. Was ist, wenn ich wieder eine Attacke bekomme und sofort aus dem Wasser raus will? Hätte ich nicht doch noch einmal vorher in einem anderen Freigewässer üben sollen? Oder was ist, wenn ich schlichtweg die 500 m durch mein Ausharren nicht mehr schaffe?

Als es losging, funktionierte ich nur noch. Und im Rudel mit ca. 100 anderen Menschen fiel es mir auch nicht mehr so schwer. Meine selbst kreierten billig Horrorfilm Unterwasserfantasien bekamen von mir weder Zeit noch Aufmerksamkeit für weitere Ausschmückungen.
Das Fahrradfahren danach hat mit meinem ubercoolen Audax Bike von Bombtrack einfach nur Spaß gemacht und ich entspannte regelrecht nach dem aufregenden Auftakt im Wasser. 
Nur der Wechsel vom Radfahren zum Laufen war anders als gedacht und etwas desillusionierend. Die ersten Kilometer lief ich wie auf Eiern gefangen in einem Slomo-Film. Für einen Minisprint am Ende haben meine Kräfte aber dann doch noch ausgereicht.

Ich bin extrem froh und glücklich über diese selbst gesteckte Lebenserfahrung Triathlon. Und die Vorraussetzungen dafür waren mit dem Elbe Triathlon einfach nur perfekt. Im nächsten Jahr werde ich sicher wieder dabei sein.

Fotos von Carlos Fernandez Laser

Ein großer Dank an Anna und Bombtrack, ohne die mein erster Triathlon nicht so geschehen wäre.